In den Jahren 1937/38 erhielt die Kirche in Berneck ein neues Geläut – ein Projekt, das intensiv diskutiert wurde. Im Zentrum stand die Frage, ob die alten Glocken beibehalten oder durch ein neues, klanglich besser abgestimmtes Geläut ersetzt werden sollten.
Schliesslich entschied sich die Kirchgemeinde für ein fünfstimmiges Geläut, das bewusst auf die Glocken der reformierten Nachbarkirche abgestimmt wurde. Ziel war ein harmonisches Zusammenspiel beider Kirchen, was ein bemerkenswertes Zeichen des konfessionellen Nebeneinanders war.
Der Entscheid wurde durch günstige Angebote, Stiftungen und grosses Engagement vor Ort ermöglicht. 1938 wurden die neuen Glocken gegossen, nach Berneck gebracht und feierlich geweiht.
Trotz kleiner klanglicher Abweichungen galt das Geläut als gelungen und eindrucksvoll. Bis heute prägt es das akustische Ortsbild und erinnert an eine Zeit, in der Technik, Musik und konfessionelle Rücksichtnahme eng miteinander verbunden waren.